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Was Sie über das WIG-Schweißen wissen sollten

Das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen; auch bekannt als TIG-Schweißen/USA) zählt zu den Schmelzschweißverfahren mit einem Schutzgas und ist vor allem für die Verarbeitung von rostfreien Stählen, Aluminium- und Nickellegierungen sowie von dünnen Blechen aus Aluminium und Edelstahl und bei sehr filigranen Bauteilen optimal geeignet.

Bis zu einer Blechdicke von 4 Millimetern lassen sich mit dieser Schweißtechnik wirtschaftliche Schweißgeschwindigkeiten erzielen. Der Strom wird über eine Wolfram-Elektrode zugeführt, die aufgrund ihrer Temperaturbeständigkeit nicht abschmilzt – mit 3.422° Celsius hat Wolfram einen enorm hohen Schmelzpunkt. Die Elektrode wird am Minuspol geführt, da am Pluspol ca. 3.700° Celsius entstehen und somit die Elektrode zerstört werden würde. Vom dabei entstehenden Lichtbogen werden Zusatzwerkstoffe wie Drähte oder Stäbe und der jeweilige Grundwerkstoff erwärmt und verflüssigt respektive miteinander verschmolzen.

Als inerte Schutzgase kommen vorwiegend Argon, Helium oder Gemische zum Einsatz. Damit wird verhindert, dass das flüssige Schmelzbad mit der Umgebungsluft reagiert, bzw. wird dadurch auch die Wolfram Elektrode vor Sauerstoff geschützt. Dadurch entstehen unter anderem auch qualitativ hochwertige und spritzerfreie Nähte, die ein Minimum bis gar keine Nachbearbeitung erfordern, ausgenommen ist natürlich die Entfernung der Anlassfarben. Bei der Verarbeitung von hochlegierten Stählen werden auch Argon-Wasserstoff-Mischungen eingesetzt.

Das WIG-Schweißverfahren kommt unter anderem in den Bereichen Rohrleitungs- und Behälterbau, im Portalbau, in der Luft- und Raumfahrt sowie beim Wurzelschweißen an unlegierten bzw. niedriglegierten Stählen zum Einsatz. Aber auch bei Hobby-Schweißern ist das WIG-Schweißen mittlerweile ein sehr beliebtes Verfahren.

Die Varianten des WIG-Schweißens

  • Beim WIG-Kaltdrahtschweißen wird ein Kaltdraht automatisiert zugeführt, wodurch sich die Produktivität und die Geschwindigkeit des Schweißvorgangs steigern lässt.
  • Demgegenüber steht das WIG-Heißdrahtschweißen, bei dem der Zusatzwerkstoff erhitzt wird. Auf diese Weise werden nicht nur die Abschmelzmenge bzw. -leistung, sondern auch die Schweißgeschwindigkeit gesteigert. Das WIG-Heißdrahtschweißen ist eine Weiterentwicklung des WIG-Kaltdrahtschweißens. Der Zusatzwerkstoff wird von einer separaten Stromquelle aufgeheizt – und zwar durch Widerstandserwärmung im freien Drahtende zwischen Kontaktrohr des Heißdrahtbrenners und Schmelzbad.

    Durch die verbesserte Wärmebilanz des Verfahrens ergeben sich folgende Vorteile gegenüber dem WIG-Kaltdrahtschweißen:

    - bis zu 100% höhere Schweißgeschwindigkeit,
    - bis zu 60% höhere Abschmelzleistung,
    - Reduktion der Aufmischung bis zu 60%,
    - höhere Abschmelzmenge (30-50%) bei gleicher Schweißleistung und
    - einfacheres Schweißen in Zwangslage.

  • Beim mechanisierten Verbindungsschweißen kommt das von der Firma Fronius entwickelte Arctig-Verfahren zum Einsatz, das einerseits eine optimale Nahtoptik und eine sehr hohe Qualität ermöglicht.
  • Um die Lebensdauer der Bauteile zu erhöhen, werden diese mit Speziallegierungen überzogen – dies geschieht beim sogenannten Cladding respektive Auftragschweißen. Dabei wird eine verschleißfreie Schicht aufgebracht, welche immer wieder erneuert werden kann und somit den Bauteil schützt.
  • Wenn die Nahtqualitäten stabil und gleichbleibend sein müssen, wie dies beispielsweise in der Nahrungsmittelindustrie, beim Rohrleitungs- oder Pipelinebau sowie in der chemischen Industrie der Fall ist, kommt das Orbital-Schweißen zum Einsatz.

Die Vorteile des WIG-Schweißens auf einen Blick

  • Mit diesem Verfahren lassen sich alle Metalle verschweißen.
  • Es bilden sich keine Schweißspritzer.
  • Die Schweißnähte sind hochwertig – optisch und qualitativ.
  • Alle Schweißpositionen sind beim WIG-Schweißen möglich.
  • Auch Nicht-Profis können damit sehr gute Ergebnisse erzielen.

Die Nachteile des WIG-Schweißens auf einen Blick

  • Das WIG-Schweißen ist nicht für hohe Blechdicken geeignet.
  • Im Vergleich zu anderen Verfahren ist die Schweißgeschwindigkeit niedriger.

Fazit WIG-Schweißen

Das WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas-Schweißen) ist vor allem für die Verarbeitung von rostfreien Stählen, Aluminium- und Nickellegierungen sowie von dünnen Blechen aus Aluminium und Edelstahl respektive bei sehr filigranen Bauteilen optimal geeignet. Zudem ist dieses Verfahren auch bei Hobby-Schweißern sehr beliebt, da sich auch mit weniger Fachkenntnis sehr gute Ergebnisse erzielen lassen. 

 

Anleitung zum Schweißen

 

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