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Was Sie beim Schweißen im Freien beachten müssen

Bei Wind und Wetter ist MAG Schweißen nicht unbedingt die erste Wahl. Aber zum Glück gibt es Alternativen, die auch bei widrigen Umständen gute Ergebnisse bringen.

Das MAG-Schweißen im Freien ist schwierig. Das Schutzgas, das eigentlich die Schweißnaht vor Luftsauerstoff schützen soll, wird nämlich schon von wenig Wind fortgeblasen, es kommt zu Porenbildung. Es ist daher notwendig, die Schweißstelle vor Wind zu schützen, etwa mit einer Einhausung.

Das gilt übrigens auch in vielen Werkstätten, wo offenstehende Rolltore oder Abzüge Luftbewegungen hervorrufen, die die Schutzgasglocke über der Schweißnaht gefährden können. Solche Einhausungen schützen auch unbeteiligte Personen vor der entstehenden UV-Strahlung.

Manchmal reicht aber auch das nicht. Erfahrene Schweißer erhöhen deshalb bei Luftzug die Durchflussmenge des Schutzgases und halten so die Umgebungsluft von der Schweißnaht fern. Meist genügt schon eine Erhöhung von etwa zwei Liter pro Minute. Dieser Wert kann weiter erhöht werden, doch irgendwann wird diese Kompensation kontraproduktiv. Der Sog zieht dann nämlich Luft in die Schweißnaht hinein, die Schutzwirkung geht verloren. Dann wird es fast unmöglich, mit einem MAG-Schweißgerät eine saubere und haltbare Naht zu schweißen.

Fülldrahtschweißen als populäre Alternative

Doch es gibt Alternativen, beispielsweise das Fülldrahtschweißen. Es ist schon lange in Gebrauch und insbesondere in den USA populär. Statt eines massiven Drahtes wird hier ein metallischer Mantel verwendet, der mit einem speziellen Pulver gefüllt ist. Beim selbstschützenden Fülldraht enthält das Pulver Gasbildner, Lichtbogen-Stabilisatoren und bisweilen auch Legierungszusätze. Beim Schweißen entstehen Schutzgase, die das Schweißgut vor den Einflüssen der Atmosphäre schützen, zusätzliches Schutzgas wird dadurch keines benötigt. Die Gasglocke ist jedoch ein wenig labiler, als beim Einsatz von MAG-Verfahren, der Lichtbogen ist deshalb ein wenig unruhig.

Für dieses Verfahren können herkömmliche Schweißgeräte oder spezielle Fülldraht-Schweißgeräte verwendet werden, die keinen Gasanschluss haben.

Weil die Schweißgeräte aber sehr leicht und damit einfach zu transportieren sind, und die Technik zudem problemlos im Freien angewendet werden kann, hat sie sich vor allem auch im Heimwerkerbereich durchgesetzt. Allerdings: Das Fülldrahtschweißen erfordert ein wenig Übung, weswegen es vor allem für erfahrene Schweißer empfohlen wird.  

Einsatzgebiet auch in der Landwirtschaft

Dicke Metalle mit großen Hohlräumen lassen sich hervorragend mit Fülldraht-Schweißgeräten verarbeiten. Auch für kleinere Reparaturen, beispielsweise am Gartenzaun, sind die kompakten Schweißgeräte zu empfehlen. Sämtliche, etwas gröbere Schweißarbeiten lassen sich sehr gut mit Fülldraht-Schweißgeräten durchführen. Sie sind deshalb auch in der Landwirtschaft sehr verbreitet. Dünne Bleche hingegen sind mit dem Verfahren nur schwer zu schweißen. Durch die hohen Temperaturen die dabei entstehen, können die Bleche durchbrennen. 

Daneben gibt es auch den gasgeschützten Fülldraht. Er beinhaltet zwar Lichtbogen-Stabilisatoren, aber keine Gasbildner. Deshalb muss zusätzlich Schutzgas eingesetzt werden. Beim gasgeschützten Fülldraht kann sich auf dem Schweißdraht Schlacke zum Schutz gegen Oxidation bilden. Daher gelingt eine besonders hochwertige Schweißnaht.

Das Fülldrahtverfahren hat noch weitere Vorteile: Es erzeugt kaum Spritzer, die Schweißnaht zeigt selten Risse oder Poren und die Naht ist unempfindlich gegen Bindefehler. Und dank hoher Abschmelzleistung ist das Verfahren auch noch sehr schnell.

Nicht jeder mag das Fülldrahtschweißen. Eine Alternative dazu ist das Acetylen-Schweißen, das ebenfalls im Freien immer funktioniert. Ein passendes Schweißgerät findet sich in fast jeder Werkstätte, denn es wird auch zum Ausrichten und Vorwärmen verwendet. Acetylen-Gas gibt es bereits in Gebinden ab 10 Liter Volumen zu kaufen. Ein einziger Nachteil: Es braucht einen luftigen Lagerplatz außerhalb der Werkstatt.

Besondere Vorbereitung notwendig

Neben dem Wind ist auch die Feuchtigkeit unter freiem Himmel problematisch. Unter 10 Grad legt sich diese Feuchtigkeit auf dem Material ab, beim Schweißen diffundiert sie aus der Naht heraus und hinterlässt Poren und Risse. Abhilfe schafft das Vorwärmen. Werkstoffe mit hohem Legierungsanteilen sollten dabei nur langsam vorgewärmt werden. Sie haben eine geringe Wärmeleitfähigkeit und könnten sonst bereits durch die ungleichmäßige Erwärmung Spannungsrisse  ausbilden.

Wenn eine Schweißnaht mehrlagig geschweißt werden soll, dann muss sie im Freien vor dem zu schnellen Abkühlen geschützt werden. Dabei sollte stets ein großzügiger Teil um die Schweißnaht auf Temperatur gehalten werden, auch wenn das Werkstück nur teilweise geschweißt wird. Die sogenannte Zwischenlagentemperatur ist den Datenblättern des Werkstoffes zu entnehmen. Zur Messung der Temperatur gibt es Thermostate oder Farbumschlagstifte.

Zum Vorwärmen werden mobile Heizgeräte mit Gasbrennern, elektrische Geräte mit Induktion oder Widerstandsheizungen verwenden. Für kleinere Schweißungen werden zudem Propan-Gasbrenner oder auch schon mal ein Acetylen-Schweißgerät eingesetzt. Damit die Bauteile nicht gleich wieder auskühlen, sollten sie abgedeckt werden. Hierfür gibt es spezielle Heizdecken.

Fazit Schweißen im Freien

Das Schweißen im Freien ist auf Grund des Windes mit MAG-Schweißgeräten nur sehr bedingt möglich. Das Fülldrahtverfahren ist hier eine bewährte Alternative, die auch in der Landwirtschaft häufig eingesetzt wird.  Neben dem Wind können aber auch Kälte und Feuchtigkeit die Schweißergebnisse negativ beeinflussen. Eine besondere Vorbereitung etwa durch Vorwärmen ist dann notwendig.

 

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